19. November 2008

discovering informal settlements 1

19.11.2008 Manshiet Nasser

Wenn ich daran denke, was ich heute gefühlt habe…. bekomme ich eine Gänsehaut…
Sobald ich mich hier unter das ärmere Volk zu mischen beginne, erfahre ich eine ergreifendere Begegnung nach der anderen.
Ich fühle mich hier zerrissen zwischen 2 Welten der Extreme. Schuldgefühle kommen auf, wenn ich daran denke, wie gut es mir hier geht, wie viel Abfall ich täglich produziere, Wasser verdusche und mich mit dem Taxi chauffieren lasse…

Heute habe ich Nashwa, ein Mädchen aus Duweika, kennen gelernt. Als ich mit meinem Fotoapparat das erste mal durch Manshiet Nasser 1 spazierte, wurde ich sogleich von den Bewohner mit einem „you re welcome“ begrüßt und durch Gesten in Richtung Duweika, das Viertel in dem der Felsen eingestürzt ist, weiter gelotst. Es wurde allgemein vermutet, dass ich von der Presse bin und für neue Wohnungen der Betroffenen sorge... was ich bis dahin jedoch noch nicht wusste. Bei den großen Felsbrocken und Schutthaufen der ehemalligen Wohnhäuser angelangt, begegnete ich dann meiner lieben Nashwa, die zu meinem großen Glück Englisch und gebrochen Deutsch spricht. Sie hat mich dann über die Sittuation aufgeklärt und den Bewohnern beteuert, dass ich lediglich hier sei, um für mein Studium zu recherchieren... die daraufhin natürlich ein wenig endteuscht waren. Nashwa lud mich dann gleich auf einen Nana (Pfefferminztee) zu ihr nach Hause ein. Sie wohnt mit ihrer Famile nach dem Einsturz der Nachbarsgebäude erste Reihe Fuß frei am Fuße des Moquattamberges... ein etwas mulmiges Gefühl kommt bei dem Gedanken daran hoch...
Nashwa lebt hier gemeinsam mit ihren Eltern, den beiden Brüdern, Großmutter, Onkel, Tante und Cousin unter enem Dach. Sie hat mir sogleich angeboten mich auf meiner Erkundungstour in Manshiet Nasser zu begleiten, da es für mich alleine zu gefährlich bzw zu kompliziert werden könnte. Noch am selben Tag hat uns ihre Mutter begleitet, da man vor ihr, wegen ihres Alters, mehr Respekt zeigen würde. So war es dann schießlich auch. Ich fand es so herzlich hilfsbereit und selbstlos, einfach so spontan einem absolut Fremden die Hand zu reichen und ihn auf seinen Weg durch den städtischen Jungel zu begleiten...

Keine Kommentare: