14. November 2008

old islamic district

14.11.2008
excuse me for the german version... translation follows
Kaum befinde ich mich auf der Straße bei den ärmeren Stadtbewohnern, so werde ich von allen Seiten, vor allem von Kindern, angesprochen „What s your name?“, „What s your name?“ „Where are you from?“ … „Nimsa.“
Am Markt ist beim Verhandeln Vorsicht geboten… Taxifahren soll gelernt sein, doch wirklich zuleide kommen wird man hier nicht.
Fragt man jemanden nach dem Weg, dann hat man sogleich nette Wegbegleitung, die dann zu einer Stadtführung ausufert und danach wird man noch auf einen Kaffee oder Tee eingeladen. Das widerfuhr mir am Nachmittag nachdem ich die El Hussein Moschee besucht hatte mit Mohamed Achmed, der mir unter anderem das Zuckergässchen aus Machfus „Kairo Trilogie“ zeigte.

Die erste tiefgreifendere fesselnde Begegnung hatte ich, als ich im fatimidischen Viertel der Kairoer Altstadt unterwegs war, um einen Besuch in der El Hussein Moschee abzustatten.
Ich durfte dem Gebet beiwohnen und wurde sofort von dem Getümmel der vielen Gläubigen mitgerissen. Wie es der Brauch wünscht, betrat ich die Mosche von der für Frauen vorgesehenen Seite mit verhüllten Armen und Kopftuch. Der ganze Prachtbau schien durch das Gebet in Schwingung versetzt zu werden und zu vibrieren. Massen von Menschen, die sich alle auf das eine für sie in dem Moment wesentlichste konzentrierten, riefen so große Mengen an Energie hervor, deren Ströme auch meinen Körper durchflossen.
Ich durfte fotografieren und hatte nun schwierigkeiten mit meiner Kopfbedeckung, die mir immer runter zu rutschen drohte. Ich wünschte in diesem Moment ich hätte eine Spange, wie sonst immer dabei, damit ich es enger klipsen könnte. Da kam dann plötzlich, sich mitten aus der Menschenmasse vom Allerheiligsten vorne zu mir durchwühlend, eine Frau auf mich zu und klipste mir mit einer kleinen gelbe Spange das Kopftuch am Hals enger. Die Tatsache, dass eine „Fremde“ an meiner Gurgel hantierte versetzte mich nicht ansatzweise in Unbehagen. Ich wäre vor Freude und Rührung bei der dort herrschenden Stimmung beinahe in Tränen ausgebrochen, dankte der Frau, die ich nie wieder sah, herzlich mit Küssen auf die Wange und konnte nun endlich ohne bedenken das Treiben und Beten festhalten. Was mir jedoch leider niemals gelingen wird ist, auch nur einen Hauch von dieser überwältigenden Stimmung weiter zu geben.


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